Geistliches Wort:Der Samen keimt und wächst!

Es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. Mk 4,27. In beiden Gleichnissen vom Reich Gottes am 11. Sonntag im Jahreskreis geht es um das Wachsen verschiedener kleiner und großer Saaten. Diese Bilder lassen sich in diesen Tagen in der Natur überall entdecken. Es sprosst und sprießt.
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Datum:
1. Juni 2021
Von:
Petra Klischan

Noch vor einigen Wochen sah es öde und leer aus und jetzt explodiert die Natur. Wenn man das nicht aus langjähriger Erfahrung wüsste, wäre man wahrscheinlich noch mehr erstaunt über die Möglichkeiten und die Kraft, die in der Natur stecken. Gleichnisse haben aber immer auch eine tiefere Bedeutung. Diese Gleichnisse sind Beispiele für das Reich Gottes und dabei hat mich der oben zitierte Satz besonders angesprochen. Der Sämann tut gewissenhaft seine Aufgabe, danach ruht er aus und alles andere hat er nicht in der Hand. Die Saat geht auf und wächst. Auch das kleinste aller Samenkörner, das Senfkorn, wächst und gedeiht und wird zum Lebensraum für die Vögel und spendet Schatten für die Menschen. 

Manchmal geht es mir so, dass ich den Eindruck habe, ich tue und mache, rackere mich ab für mich selbst, die Menschen, das Reich Gottes und nichts kommt dabei herum. Wenn ich diese Gleichnisse lese und die Bilder vor meinen Augen lebendig werden lasse, dann freue ich mich über das, was dort gewachsen ist und ich erkenne, dass es Geduld und Gottvertrauen braucht bis man die Früchte seiner Arbeit ernten kann oder unter dem schattenspendenden Baum ausruhen kann. Aber diese Bilder vor Augen zu haben motiviert mich, nicht aufzugeben, dranzubleiben, meinen Teil zum Aufbau des Reiches Gottes zu tun und darauf zu vertrauen und geduldig zu warten, dass das Reich Gottes wächst. Samenkörner wachsen nämlich schon, wenn wir es noch gar nicht sehen können! Diese Gleichnisse sind der Aufruf an uns alle, mitzuwirken am Aufbau des Reiches Gottes und nicht zu resignieren! In einem neuen geistlichen Lied wird das sehr schön umschrieben:

Komm, bau ein Haus, das uns beschützt,
Pflanz einen Baum, der Schatten wirft,
und beschreibe den Himmel, der uns blüht!
Komm, wohn mit mir in diesem Haus,
begieß mit mir diesen Baum, dann wird die Freude wachsen,
weil unser Leben Kreise zieht, wo der Himmel blüht!

Ich wünsche Ihnen allen Mut, Ausdauer, Gottvertrauen, Geduld und die Erfahrung, dass Ihr Tun im Leben Kreise zieht und der Himmel über Ihnen blüht.

Monika Lingnau, Gemeindereferentin