Bleiben Sie behütet!:Sonntag des guten Hirten

Liebe Mitchristen im Seelsorgebereich, liebe Leserinnen und Leser! „… und bleiben Sie gesund!“, so endet gefühlt in diesen Tagen jedes zweite Gespräch. Hinter den verschlossenen Türen des Einzelhandels ebenso wie auf der Richtungsanzeige der Rheinbahn-Fahrzeuge steht das Mantra: „Bleibt gesund!“ – Ein Wunsch, der sicher ernst gemeint ist – aber eine Aufgabe für jede/n einzelne/n, den wir nicht selbst in der Hand haben. Trotz aller Vorsicht und Einschränkungen wissen viele Menschen nicht, wo sie sich infiziert haben. Sie wären sicher gerne der Aufforderung gefolgt: „Bleibt gesund!“
Hirte mit Schafherde und Hirtenhund
Hirte mit Schafherde und Hirtenhund
Datum:
23. Apr. 2021
Von:
Petra Klischan

Der vierte Sonntag der Osterzeit trägt den Beinamen „Sonntag des Guten Hirten“. So begegnet uns im Abschnitt aus dem Johannesevangelium eines der großen „Ich-bin-Worte“ Jesu: „Ich bin der gute Hirt. Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.“ (Joh 10,15). Und wir setzen diese Selbstaussage Jesu in Verbindung zu anderen Schriftstellen, in denen vom Hirten die Rede ist: Mose, der als Hirte dem „Ich-bin-da“ im brennenden Dornbusch begegnet, David, der als Hirte auserwählt wird der erste König Israels zu werden und dem wohl einer der schönsten Psalmen zugeschrieben wird: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen …“ (Ps 23). Oder auch das Bild vom Hirten, der dem verlorenen Schaf nachgeht.

Die Leseordnung für diesen Sonntag verknüpft das Evangelium mit einem Abschnitt aus dem Ersten Johannesbrief: „Seht, welche Liebe uns der Vater geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es …“ (1 Joh 3,1f.). In beiden Texten geht es um den Einsatz Jesu Christi für uns, seine „Hingabe“, um die Liebe Gottes zu uns Menschen, die in Jesus Christus offenbar geworden ist und sein Vermächtnis für alle Zeiten bleibt. Und für diese Liebe Gottes zu den Menschen, für sein Mit-Sein, seine Zuwendung und seinen Schutz steht das Bild des „Guten Hirten“. Und dafür stehen auch die oben genannten anderen biblischen Hirten-Bilder.

Als Alternative zu dem Wunsch „Bleiben Sie gesund“ bietet sich in Anlehnung an dieses Hirten-Bild für Gott der Wunsch „Bleiben Sie behütet!“ an. „Der, der dich behütet, schläft nicht“, so sagt es die Bibel in Psalm 121. „Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil. Denn du, Gott, bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht“ (Ps 23). Was können wir uns in dieser von Ungewissheit geprägten Zeit mehr wünschen, als dass Gott sich auch uns als Guter Hirte erweist.

So ist mein Wunsch für Sie, für Ihre Familien, für alle, die Ihnen am Herzen liegen und alle Menschen, die unter den Unsicherheiten dieser Zeit besonders leiden: BLEIBEN SIE BEHÜTET!

Das wünscht Ihnen
Georg Wiesemann, Pastoralreferent