Geistliches Wort:2. Sonntag der Osterzeit

Weißer Sonntag
Der Sonntag nach Ostern ist liturgisch, aber auch im allgemeinen Sparchgebrauch als „Weißer Sonntag“ bekannt, „Dominica in albis“ heißt es im Lateinischen. Diese Bezeichnung deutet an, woher der Name kommt und worauf er hindeutet. Es erinnert an das weiße Gewand, das diejenigen, die in der Osternacht getauft wurden als Taufkleidung empfingen. Eine Woche lang trugen sie dieses weiße Gewand als Zeichen ihrer neuen Berufung als Christen, bis eben zu diesem Sonntag nach Ostern. Die Verbindung dieses Sonntags mit der Feier der Erstkommunion hat sich erst zu Beginn des 20 Jhdts, entwickelt, die weißen Festkleider sind aber durchaus ein Hinweis auf das Taufkleid und das getauft sein der Kinder. Übrigens bezeichnet man auch das weiße Untergewand der priesterlichen Meßkleidung als „Albe“, auch dies soll den Zelebranten an seine Taufe erinnern.
Sonntag der Barmherzigkeit
Der heilige Papst Johannes Paul II. hat im Rahmen des Heiligen Jahrs 2000 den Sonntag nach Ostern als „Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit“ eingeführt. Damit verband er den Gedanken, dass der Tod und die Auferstehung Jesu die unbegrenzte Barmherzigkeit Gottes mit uns Menschen bezeugen und die Wundmale, die der Auferstandene an seinen Händen und Füssen trägt und zeigt, diese Barmherzigkeit auf besondere Weise erkennen lassen.
Auch wenn der historische Bezug des Weißen Sonntags und die geistliche Deutung des Sonntags der Barmherzigkeit etwas unverbunden nebeneinander stehen, lassen sich sicherlich aus beiden Perspektiven Anregungen für unser Christsein heute erschließen.
Ihr Pfarrer Stephan Pörtner