Unter der Bürde zerbrechen
Unter der Bürde zerbrechen

Newsletter #02-2022 zum 3. Sonntag im Jahreskreis C

Liebe Leserinnen und Leser,

was für ein Kontrast: Da wird am Donnerstag dieser Woche die Kirche ein weiteres mal durch einen Skandal um sexuellen Missbrauch erschüttert. Diesmal kann man die Verantwortung - so zumindest die Gutachter - bis in die absolute Spitze der Kirche zurückverfolgen. Es offenbart sich ein System von Verdrängung und Vertuschung. Was nicht sein durfte, das gab es auch einfach nicht. Die Betroffenen von sexualisierter Gewalt sind da in der Regel völlig aus dem Blick geraten.

Gleichzeitig hören wir im Evangelium, in der "Frohen Botschaft" des heutigen dritten Sonntags im Jahreskreis vom "Programm" Jesu: Armen eine frohe Botschaft bringen, Gefangenen die Entlassung verkünden, Blinden das Augenlicht und Zerschlagenen die Freiheit geben und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufen. Nicht wenige Seelsorger:innen und Christ:innen begründen ihr immer noch hohes Engagement genau aus diesem Programm Jesu. Papst und Bischöfe stehen zwar an herausgehobenen Positionen in unserer Kirche - ihr Haupt aber ist und bleibt Jesus Christus. Er ist die Richtschnur, er ist das Maß aller Dinge. Und seine frohe Botschaft weiter zu den Menschen zu tragen trotz oder gerade wegen aller Skandale, das bleibt unser aller Aufgabe. Der Evangelist Lukas nutzt dafür immer wieder ein Tätigkeitswort: "frohbotschaften".

In unserem Seelsorgebereich ist in den vergangenen Woche jede Menge "ge-frohbotschaft" worden: Die Sternsinger:innen und ihre Begleiter:innen haben trotz aller Einschränkungen den Segen zu vielen Menschen gebracht und ihnen damit große Freude bereitet. Auch der Spendenerlös kann sich sehen lassen. Bisher schon mehr als 7.000 Euro; wer noch keine Gelegenheit hatte, Segen in Empfang und Spende abzugeben, findet dazu weiterhin die Möglichkeit über das Pastoralbüro oder die Webseite. Und auch die Kasse für die Romwallfahrt der Messdiener:innen im Herbst ist dank Ihrer Hilfe schon gut gefüllt worden.

Außerdem hat das Imfpmobil des Caritas-Verbands Düsseldorf in der zurückliegenden Woche auch in unserem Seelsorgebereich Halt gemacht. Eine Aktion, die hoffentlich für uns alle zu mehr Freiheiten führt, weil mehr und mehr Menschen geimpft sind. Wenn Sie noch einen Impftermin suchen: auch in der kommenden Woche ist das Impfmobil noch in Gemeinden unterwegs.

Selbstverständlich gibt es auch in dieser Woche ein neues Geistliches Wort: Pfarrer Stephan Pörtner greift das groß(artige) Bild vom "Leib Christi" auf, das uns in den Paulus-Briefen begegnet, und bringt es mit einer heute so notwendigen solidarischen Haltung in Kirche und Gesellschaft in Verbindung. Auch die Sketchnotes zur Bibel sind wieder da; sie erscheinen ab sofort wieder wöchentlich auf unserer Webseite.

Das alles wird die schrecklichen Taten der Vergangenheit nicht ungeschehen machen, es soll sie auch nicht unter einer "frommen Soße" verdecken. Aber vielleicht sind das alles kleine Bausteine, die die Frage beantworten, warum es sich in der Kirche zu bleiben lohnt.

In diesem Sinne Ihnen und Euch allen ein gesegnetes Wochenende, eine gute Zeit - und bleibt behütet!

Ihre und eure Webredaktion turmhochsechs