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geistliches Wort:„Am liebsten erinnere ich mich an die Zukunft“ (Salvatore Dali)

Kirchliche und weltliche Gedenktage rufen Themen des Lebens und des Glaubens wach. Sie zeigen, dass Glaube und Leben, Kirche und Welt sich gegenseitig bedingen und eine geschichtliche Prägung haben.
Soldatenfriedhof
Datum:
26. Aug. 2026
Von:
Ulrich Herz / HN

Der Monat September wird zum Beispiel vom „Volksbund Kriegsgräberfürsorge“ als „Monat des Kriegsgrabes“ begangen. In Nordrhein-Westfalen existieren 2100 Kriegsgräberstätten mit mehr als 330.000 Toten beider Weltkriege. Gedenken an den Frieden angesichts der täglich neuen Zahlen von getöteten Soldaten und Zivilisten in den heutigen Kriegsgebieten. Hören wir noch hin, oder können wir diese Meldungen nicht mehr ertragen?

Am 11. September 2001, vor 25 Jahren, waren die Anschläge auf das World Trade Center in New York durch islamistische Terroristen. Dieser Tat folgten Kriege in Afghanistan und Irak. Das Zusammenleben mit muslimischen Mitbürgern hat sich bei uns radikal verändert, und die danach eingeführten Sicherheitskontrollen auf den Flughäfen rufen diese Tat immer wieder in die Gegenwart.

In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind Landtagswahlen. Die AfD findet hohe Zustimmung, auch mit der Forderung den Kirchen Gelder zu entziehen und die Wertevermittlung im Unterricht nicht mehr in der Verantwortung der Kirchen zu belassen. Auf diesem Hintergrund erscheint die Tat des evangelische Pfarrer Oskar Busewitz, der sich am 17. August 1976, vor 50 Jahren, in Zeitz, aus Protest gegen die Behinderung der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit durch das SED-Regime, öffentlich im Talar selbst angezündet hat, in einem aktuellen Licht. Wie kann der Glaube heute verkündet werden und öffentlich gelebt werden. Im April 2014 lud der „Düsseldorfer Aufklärungsdienst“ (DA) mit einem Flugblatt ein: 50% GOTTLOS GLÜCKLICHE. Halb Düsseldorf ist konfessionsfrei! DA!s muss gefeiert werden: 7 Tage lang gottlos glückliches Beisammensein: … Absoluter Höhepunkt: Kollektiver Kirchenaustritt zum Hasenfest. GrünDonnerstag … vor dem Amtsgericht, Motto: „Hoppel dich frei“. Da die Organisation ihren Sitz in unserer Pfarrei hatte, wurden ja die Verantwortlichen Gremien und jeder Einzelne damit konfrontiert. Wieviel Zustimmung hätte die Aktion heute unter den getauften Kirchenmitgliedern?

Der Theologe Karl Rahner schreibt in einer Analyse der Glaubenssituation im Jahr 1984 den Artikel: „Der Christ und seine ungläubigen Verwandten“. Er endet ihn mit den Worten: „Gott hat uns in eine Zeit gestellt, in der es (im Gegensatz zu früheren Zeiten) überall Christen gibt und die überall in der Diaspora leben. Das ist unser Schicksal und unser Auftrag.“ Für mich sind Gedenktage, Tage an denen ich mich freudig und staunend der Zukunft erinnere, die in der Zusage Jesu liegt: Seid gewiss, ich bin bei euch alle Tage.“

Pfarrvikar Ulrich Herz