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Geistliches Wort:Ein Herz, das den Himmel offen hält

Im September 2026 startete Kpl. Francesco Tabacco in unserem Pastoralteam. Er stellt sich kurz im Geistlichen Wort vor und schenkt uns den Impuls zur Lesung. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.
Kpl. Francesco Tabacco
Datum:
9. Sept. 2026
Von:
Francesco Tabacco/pk

Liebe Schwestern und Brüder,

bevor ich einige Gedanken zum heutigen Evangelium teile, möchte ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Francesco Tabacco, gebürtiger Italiener, ich bin 31 Jahre alt und seit knapp drei Monaten Priester.

2014 bin ich nach Deutschland gekommen und in das Priesterseminar in Bonn eingetreten. Dort habe ich an der Universität Bonn Theologie studiert. Danach durfte ich viele verschiedene Erfahrungen sammeln – hier in Deutschland und auch an anderen Orten der Welt. Dabei habe ich viele Menschen und Kulturen kennengelernt und erlebt, wie vielfältig unser Glaube sein kann.

Nach zwei Jahren in Euskirchen beginnt für mich nun ein neuer Abschnitt: meine erste Kaplanstelle hier in den Pfarreien St. Martin und St. Bonifatius in Düsseldorf. Vieles ist neu für mich, und ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen und gemeinsam mit Ihnen unseren Glauben zu leben.

Vielleicht ist es kein Zufall, dass ich gerade heute mit Ihnen über Vergebung und ein offenes Herz nachdenken darf.

Petrus fragt Jesus: „Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben?“ Eigentlich fragt er: Wo ist die Grenze? Jesus antwortet: nicht siebenmal, sondern immer wieder. Wir wissen: Vergeben ist nicht immer leicht! Wenn uns jemand verletzt, bleibt etwas in unserem Herzen zurück – eine Enttäuschung, ein Wort oder eine Ungerechtigkeit.

Vielleicht können wir unser Herz wie ein Fenster zum Himmel sehen. Wenn wir verletzt werden, ziehen wir manchmal die Vorhänge zu. Wir verschließen uns. Vergebung bedeutet nicht, dass wir vergessen, was geschehen ist. Sie bedeutet vielmehr: Ich möchte nicht, dass meine Verletzung mein Herz für immer verschließt.

Gott schenkt auch uns immer wieder einen neuen Anfang. Vielleicht dürfen auch wir einander solche neuen Anfänge schenken.

Darum eine kleine Frage für diese Woche:
- Wem kann ich mit mehr Verständnis begegnen?
- Wem kann ich etwas vergeben?
- Wem kann ich einen neuen Anfang schenken? 

Denn vielleicht ist Vergebung genau das: Das Herz wieder ein Stück zu öffnen! Und wenn wir unser Herz öffnen, können wir vielleicht auch wieder etwas vom Himmel sehen!

Vielleicht ist das der Himmel, den Gott uns schenken möchte: Ein Herz, das trotz allem offen bleibt.

Ihr Kaplan Francesco Tabacco