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Geistliches Wort:Peter und Paul

Das Hochfest „Peter und Paul“, gefeiert am letzten Montag, die an diesem Wochenende gehaltene Kollekte „Peterspfennig“ und die Feier des Patroziniums der Kirche „St. Peter“ laden zu Gedanken über die Bedeutung des Petrus ein.
Aufsicht St. Peter
Datum:
3. Juli 2026
Von:
Pfarrvikar Ulrich Herz/pk

"Du bist der Hirte der Herde, der Erste der Apostel, dir wurden die Schlüssel des Himmelreiches übergeben.“ heißt es in einem offiziellen kirchlichen Text zum Fest. Die Namenswahl der Kirche in der Friedrichstadt und die übergroße Darstellung des Hl. Petrus im Seitenschiff der Kirche zeigt welche Bedeutung dieser Aussage in der Zeit des Kirchenbaues beigemessen wurde. Nach dem Ende des Kulturkampfes Mitte des 19. Jh., als die Pfarrei in der Friedrichstadt errichtet wurde, gab es eine hohe Identifikation der Katholiken mit dem Papst, als Nachfolger des Petrus. Die Sammlung „Peterspfennig“ ist Ausdruck dieser innigen Verbindung, die das Selbstverständnis der deutschen Katholiken und ihre gesellschaftliche Wahrnehmung bis Mitte des 20. Jh. prägte. 

Auf der Rückseite des Flügelaltares im Hochchor von St. Peter, als Korrektur zum päpstlichen Triumphalismus, finden sich zwei andere wichtige Aspekte zu Person und Amt. Dargestellt ist der reiche Fischfang nach Ostern. Der Auferstandene Christus ist gegenwärtig im Boot des Petrus, welches übervoll mit Fischen ist. Vorher hatten sie sich aus eigenen Kräften erfolglos bemüht. Die andere Szene zeigt den um Hilfe rufenden Petrus bei seinem nächtlichen Gang auf dem Wasser. Jesus kommt ihm entgegen und streckt ihm die rettende Hand entgegen. Ohne den Auferstanden ist Petrus nichts und die Kirche erfolglos.

Papst Leo XIV setzt in seinem Petrusdienst für gesamte Kirche in diesem Sinn seine Akzente.  In den vergangenen Tagen, 26./27. Juni, bewusst unmittelbar vor dem Hochfest Peter und Paul, hat er die Kardinäle zu einem „außerordentlichen Konsistorium“ nach Rom geladen. Er will Beratung, Zuhören und gemeinsames Suchen nach Antworten auf die drängenden Fragen der Welt und der Kirche. Beraten wurde die allgemeine Weltlage mit den vielfältigen Kriegen, die Beschäftigung mit seinem Lehrschreiben über die ethische Nutzung von KI und die Weiterentwicklung des synodalen Stils in der Kirche. Er will eine neue Art Kirche zu leben, nicht mit autoritärer Machtvollkommenheit, sondern mit dem Bewusstsein: Jeder Erfolg, jedes Amt, ist gebunden an den Auferstanden, dem Herrn der Kirche.

(Leider sind die Petrusbilder des Flügelaltares nicht direkt sichtbar. Wer Interesse hat, kann gerne den Priester oder den Küster ansprechen um sie mal aus der Nähe zu betrachten)

Pfarrvikar Pfr. Ulrich Herz