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Fastenhirtenbrief 2026:„Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören“

Unter dem Leitwort „Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören“ (Ps 91,15a) steht der diesjährige Fastenhirtenbrief von Rainer Maria Kardinal Woelki. Im Brief lädt der Erzbischof von Köln die Gläubigen ein, die kommende Fastenzeit bewusst als Zeit der Nähe zu Gott und zu den Mitmenschen zu gestalten – mit einem einfachen, aber eindringlichen Impuls: täglich „acht Minuten Zeit“.
Fastenhirtenbrief 2026
Datum:
22. Feb. 2026
Von:
Hans-Jürgen Neef

Ausgehend von einer persönlichen Begegnung schildert Kardinal Woelki, wie schon wenige Minuten aufmerksamen Zuhörens in belastenden Lebenssituationen neue Kraft schenken können. Dieses Bild der „acht Minuten“ überträgt er auf die Fastenzeit: als Einladung, füreinander da zu sein, Einsamkeit wahrzunehmen und Menschen in schwierigen Lebenslagen nicht allein zu lassen. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene litten heute unter Überforderung, Zukunftsängsten und Einsamkeit – umso wichtiger seien Orte der Freundschaft und Verlässlichkeit.

Die Kirchengemeinden im Erzbistum beschreibt Kardinal Woelki als solche „Orte der Freundschaft“, an denen Menschen willkommen sind, gesehen werden und Gemeinschaft erfahren können. Er ermutigt ausdrücklich dazu, in der Fastenzeit auch jene einzuladen, die der Kirche fernstehen oder lange keinen Kontakt mehr mit ihr hatten. Kleine Gesten – ein Anruf, ein gemeinsamer Weg, ein stilles Gebet – könnten Großes bewirken.

Zugleich lenkt der Fastenhirtenbrief den Blick auf die Freundschaft mit Gott. Acht Minuten am Tag, bewusst Gott geschenkt, könnten dazu beitragen, die Vertrautheit mit ihm neu zu entdecken – im Gebet, in der Heiligen Schrift, in der Eucharistie oder in der stillen Anbetung. Gott, so Kardinal Woelki, sei in Jesus Christus nahe gekommen und bleibe an der Seite der Menschen, gerade in Zeiten von Umbruch, Unsicherheit und Angst.

Mit Blick auf die gesellschaftlichen und kirchlichen Herausforderungen der Gegenwart ruft der Kölner Erzbischof dazu auf, gerade jetzt Zeichen des Vertrauens, der Hoffnung und des Glaubensmutes zu setzen. Neue Gebetsinitiativen, Anbetungszeiten, soziale Projekte oder ein offenes persönliches Glaubenszeugnis könnten Ausdruck dieses Mutes sein.

Abschließend lädt Kardinal Woelki alle Gläubigen ein, in dieser Fastenzeit täglich Zeit zu verschenken: Gott, einem Freund oder einem Menschen, der Nähe braucht. „Damit niemand allein bleibt“, so der Erzbischof, solle die Nähe und Liebe Gottes weitergegeben werden.

Die digitale Version des Fastenhirtenbriefs steht unter hier zum Download zur Verfügung.

(pek260221-je)