Geistliches Wort:Zusammen-wachsen
Vielleicht können die biblischen Texte vom Pfingstsonntag uns Antwort geben.
Mit unterschiedlichen Beschreibungen und Berichten wird erzählt, was Pfingsten bedeutet und was der Geist Gottes bewirken kann.
Da ist von Furcht die Rede (Joh 20,19). Ängstlich sitzen die Freunde und Freundinnen Jesu zusammen und sind wie gelähmt. Alles ist verschlossen und verrammelt. Auch wir können uns innerlich und äußerlich verschließen und ängstlich von Ferne betrachten, was in unserem näheren und weiteren Umfeld geschieht. Aber im Johannesevangelium geschieht etwas Wunderbares. Jesus durchbricht die Mauern der Angst und Verschlossenheit. Er ist da, mitten unter ihnen und spricht den Freund:innen Frieden in einer zerrissenen Welt zu und er schenkt ihnen den Heiligen Geist, der in der Apostelgeschichte mit Brausen, heftigem Sturm und Feuerzungen beschrieben wird. In die Erstarrung und Lähmung hinter den verschlossenen Türen kommt Bewegung und das mit einer großen Kraft. Alles und alle sind erfüllt von dieser Kraft. Und diese innere Erfüllung ermutigt die Freund:innen, die Mauern, hinter denen sie sich verstecken, zu durchbrechen. Sie gehen raus zu den Menschen, sind offen für Begegnungen, werden gesprächig und erleben, dass sie einander über Sprachbarrieren hinweg verstehen. Sie erleben sich als Teil einer großen Gemeinschaft.
Ja, es braucht Mut und Kraft, auch heute, aufeinander zuzugehen, zu hören, was andere zu sagen haben, die inneren und äußeren Grenzen zu durchbrechen und zu erkennen, dass wir unsere kleine und große Welt nur gemeinsam gestalten und verändern können und so zusammenwachsen und Frieden schaffen können. Im Korintherbrief wird das mit einem Leib und vielen Gliedern beschrieben. (1 Kor 12, 12-13) Jede/r hat seinen/ihren Platz, aber jede/r hat auch seine/ihre Aufgabe/Gabe (1 Kor 12,4).
Nehmen wir uns in den Pfingsttagen Zeit, nachzuspüren, welche Gabe uns geschenkt ist und wie wir sie einsetzen können, damit wir zusammenwachsen in der Familie, in der Pastoralen Einheit, in der Kirche, in der Stadt, im Land und in der Welt und wie wir unseren Beitrag dazu leisten, dass der Friede Gottes mit uns ist und bleibt.
Gemeindereferentin Monika Lingnau